
Besuch des Beckumer Zementmuseums
Zementgeschichte zum Anfassen.
Der Treff in Nr. 5 des Heimatverein Neubeckum e. V.
lädt ein zu einem Besuch des Beckumer Zementmuseums in der ehem. Köttings Mühle an der Hammer Straße 12 in Beckum. Das allgemein bekannte Museum, respektive die ausgestellten Objekte darin, wecken sicher bei vielen Beckumern und Neubeckumern zahlreiche Erinnerungen.
Anhand vieler Exponate wie auch Dokumente, Bilder, Filme und Modelle und begleitet durch eine fachlich kompetente Führung kann der Besucher die Entwicklung des Beckumer „Zementreviers“ von den Anfängen bis hin zur industriellen Produktion des Zements nachvollziehen. Das Kernstück des Museums, ein intaktes Zementlabor aus alten Zeiten wie auch der Nachbau eines kompletten Zementwerks im Modell, runden die vielfältigen Einblicke in die Beckumer Zementgeschichte ab.
Termin: Mittwoch, 23.09.2026
Treffpunkt: 14:30 Uhr im „Treff in Nr. 5“
an der Hauptstraße 5 in Neubeckum.
Wer möchte, kann hier noch eine gute Tasse Kaffee und selbstgebackenen Kuchen genießen und sich für eine Mitfahrgelegenheit entscheiden.
Die Teilnahmegebühr beträgt 10,00 €
Darin enthalten ist eine Tasse Kaffee oder ein anderes Getränk nach Wahl. Ausserdem wird daraus eine Spende für das Museum generiert.
Anmeldung erbeten bis 22.09.2026 bei Renate Reddehase, Neubeckum, 0157 82681706
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Nachlese:
Exkursion in die Entwicklung der Geschichte unserer Region Zeitgeschichte zum anfassen
Eines war allen klar, die sich am Mittwoch, 23.09., dem vom Treff in Nr. 5 des Heimatverein Neubeckum e.V. angebotenen Besuch des Zementmuseums in Beckum angeschlossen hatten: Ein Sack Zement ist nicht nur ein Sack zu Staub
gemahlener Kalkstein.
Es erwartete die Besucherinnen und Besucher eine Fülle von interessanten Informationen rund um den Zement und die damit verbundene industrielle Entwicklung im hiesigen Raum – es gab hier mal 33 Zementwerke – und man wurde nicht müde, den Ausführungen des ehrenamtlichen Mitarbeiters, Herrn Manfred Becke, zuzuhören.
Wir leben hier in einer Region, die durch ihre Rohstoff-Vorkommen gute Voraussetzungen für die Kalk- und Zementherstellung bietet. Das ist ab Mitte des 15. Jh. schon erkannt worden, denn zu dieser Zeit haben unsere Vorfahren bereits gebrannten Kalk in Feldöfen produziert.
In der Zeit hatten viele Bauern ihre eigene kleine „Kuhle“ – daher der Name Steinkühler – in denen der Kalk gewonnen wurde. Ab den 1850er Jahren begann dann hier die industrielle Produktion des gebrannten Kalks und 1874 begann die Rheinisch-Westfälische Zementindustrie AG als erstes Werk im Beckumer Raum, mit der Zementproduktion.
Fasziniert betrachteten die Besucher ein altes Foto, auf dem zu sehen ist, wie mit großer Mühe, schwerem Werkzeug und geringen Sicherheitsvorkehrungen der Stein aus der Wand gebrochen wurde, zwölf Stunden pro Tag an sechs Tagen die Woche, bei Wind und Wetter. Allein der Sonntag war frei, bedingt durch die religiöse Vorgabe. Das war ein sehr hartes Arbeitsleben, aber die
Arbeit wurde vergleichsweise gut bezahlt und es gab in den „harten Berufen“ zu der Zeit üblicherweise zum Lohn zusätzlich eine Depotatleistung, hier das legendäre Schnaps-Fässchen, das einen auf Trinkstärke verdünnten Alkohol enthielt und vom Arbeitgeber regelmäßig an den Arbeitsplatz verbracht wurde.
Man kann es sich heute kaum noch vorstellen. Die Besucher erfuhren im Verlauf des Nachmittags weiterhin viel
Wissenswertes über die wechselvolle Entwicklung unserer Region, die vielfältigen Entwicklungsprozesse der Zement- und Kalk-Produktion und seiner
Herstellungstechnologie, die verschiedenen Entwicklungsstufen in der Fertigung vom einfachen Schacht- über den Ring- bis zum Drehofen bis hin zu den heute bekannten leistungsstarken Zementwerken mit ihren großen Produktionsmengen, stets begleitet durch vielfältiges Anschauungsmaterial.
Detailliert wurde das historische Zementlabor erläutert, und erinnert wurden Begriffe wie Westfälischer Zementkrieg“, Stilllegungen, Schürfrechte, Rekultivierung, Naturschutz usw. und auch die Logik der Ansiedlung der Maschinenbau-Industrie rund um die Zementwerke im hiesigen Raum fand ihre Erwähnung.
Man wurde nicht müde, dem lebendig und interessant Vortragenden, Manfred Becke zu folgen und zum Schluss waren sich alle einig, wer heute nicht dabei war, hat was verpasst.
Das Zementmuseum ist in der Zeit vom 01. Mai bis 31. Oktober jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet. Ausserhalb dieser festgelegten Besuchszeiten
öffnet das Museum seine Tür nach Terminvereinbarung. Ein Besuch lohnt sich.
Darüber waren sich alle einig.
